Die Angst vor Bußgeldern und das Ärgernis über den finanziellen und zeitlichen Aufwand, der die IT-Abteilungen die letzten zwei Jahre vor Herausforderungen stellte, kann sich dieses Jahr für Unternehmen bezahlt machen. Denn durch die Maßnahmen wurde nicht nur das generelle Schutzniveau der Unternehmens-IT angehoben, sondern auch der bedeutende Grundstein gelegt, die unternehmensinternen Informationen methodisch aufzufinden und zu analysieren. Richtig angegangen kann dabei nicht nur die Informationssicherheit gewährleistet werden, sondern auch eine ganz neue Sichtweise auf das eigene Unternehmensmodell entstehen. Vor allem aber können Unternehmensprozesse gesichert und optimiert werden. Was ist dazu nötig?

Überblick behalten
Im Arbeitsalltag verliert man schnell wieder den Blick für das Übergreifende. Prozesse werden nicht mehr als Ganzes im Unternehmen betrachtet, sondern jeder beschäftigt sich wieder mit dem Tagesgeschäft. Dabei gehen Schwachstellen und Ineffizienzen schnell unter. Gerade Schnittstellenprobleme zwischen den Abteilungen und Informationsverluste durch das ganze Unternehmen hinweg sorgen dabei für unnötige Kosten und machen jedem das Leben schwer.
Vor allem Manager sollten daher immer wieder sich von dem Tagesgeschäft distanzieren und die Methodiken, die durch die Datenschutzrichtlinien gestaltet wurden, anwenden. Die Distanz zum Tagesgeschäft und den abteilungsübergreifenden Blick zu wahren hilft Synergien zu entdecken und die Kontrolle über Unternehmensprozesse zu behalten.

Risiken immer wieder überdenken
Risiken ändern sich in der heutigen Zeit häufiger, als man die Nachrichten lesen kann. Dabei sind nicht alle Risiken nur Bedrohungen für das Unternehmen. Chancen bieten sich an jeder Ecke, doch wer zu wenig Zeit in die Analyse von Risiken steckt, bleibt im Business schnell hinten dran. Bestes Beispiel dafür ist die aktuelle deutsche Wirtschaftssituation.
Dabei kann die Geschäftsführung nicht allein verantwortlich bleiben. Jeder Fachbereich im Unternehmen hat wichtige Informationen, die nach oben kommuniziert werden müssen, um frühzeitig reagieren zu können. Dabei ist insbesondere die unterschiedliche Sichtweise auf die Risiken wichtig, um Chancen nutzen zu können. Daher sollte jede Führungskraft auch auf Risiken für das gesamte Unternehmen achten und sich in der Verantwortung sehen, diese zu kommunizieren.

Prozesse und Maßnahmen leben
Nach dem so viel Aufwand in die Neuentwicklung und Änderung von Prozessen und Maßnahmen gesteckt wurde, sollten diese jetzt auch gelebt werden. So mancher Prozess ist nämlich noch nicht perfekt und Verbesserungen sind immer möglich. Deshalb sollte die Einhaltung der Prozesse und Maßnahmen kontinuierlich überprüft werden. Nicht zu vergessen ist dabei auch die Angemessenheit der Maßnahmen zu überprüfen. So manche Abweichung in den Prozessen kann auch Potential für Verbesserungen bieten.

Probleme ansprechen
Was in der hierarchischen Unternehmenskultur eher unbeliebt war, macht heute den Unterschied im Wettbewerb. Probleme sollten von denen angesprochen werden, die auch täglich daran arbeiten. Dabei dürfen diese nicht in endlosen hierarchischen Ebenen stecken bleiben. Die Agilität eines Unternehmens ist stark durch das Mitdenken aller im Unternehmen geprägt. Schaut man sich die neuzeitlichen Giganten wie Amazon und Co. an, ist die Effizienz der Prozesse erstrangig den „einfachen“, fast schon offensichtlichen Ideen von den Mitarbeitern ganz unten in der Hierarchie geschuldet.

Digitalisierung kontrolliert gestalten
Die Änderungen, die uns die Datenschutzgrundverordnung gebracht hat, hat einen großen Vorteil: Es wurde begonnen Informationsflüsse durch das Unternehmen zu analysieren. Dies ist einer der wichtigsten Schritte für die weitere Digitalisierung in den schon bestehenden komplexen IT-Strukturen.
Der nächste Schritt, um dies weiter voranzutreiben ist Informationssicherheitsmanagement. Damit werden alle Informationen und deren Verwendung im Unternehmen analysiert und in Zusammenhang mit der Wichtigkeit für das Unternehmen gebracht.